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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Anonym vor 7 Jahre, 5 Monate.

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    Anonym

    Liebe Elisabeth, liebe NetzwerkerInnen,

    Vor dem Hintergrund des geschilderten Falles ( hohe Kosten durch doppelte Anamneseerhebung und Rechnungsstellung) möchte ich Euch schildern, wie ich es mache in der Zusammenarbeit mit HP und deren Patienten:

    Immer da, wo Hormoncremes im Rahmen der GKV verordnungsfähig sind ( Testosteron, Estriol, Estradiol, Progesteron), ist es im Interesse des Patienten sinnvoll, mit einem Arzt/ Ärztin zusammenzuarbeiten. Denn nur der Arzt/ Ärztin kann das Kassenrezept ausstellen. Im Sinne einer seriösen Therapie sollte das auch so gemacht werden, denn Hormonmangelzustände sind Krankheiten, die behandlungsbedürftig sind ( genauso wie Schilddrüsenerkrankungen, die mit Hormonen behandelt werden), und die Aufgabe der GKV ist es, die Behandlung von Krankheiten zu bezahlen. Die oben genannten Hormoncremes sollten bei Kassenpatienten auf GKV Kosten verordnet werden und nicht auf Privatrezept.
    Wenn der Wunsch nach Ausstellung eines Rezeptes an mich herangetragen wird, kann ich das natürlich nicht einfach tun, ohne mir selbst ein Bild von dem „Fall“ gemacht zu haben. Es ärgert mich, wenn Patienten bei mir in der Praxis anrufen und eine „Bestellung“ abgeben wollen. Das geht überhaupt nicht!!
    Ich möchte immer den Patienten sehen und mir ein eigenes Urteil bilden, denn ich verantworte die Rezeptverordnung auf Kosten der Krankenkasse. Das gehört zu meinen Pflichten als „Kassenarzt“, aber auch zu meiner Verantwortung als Ärztin dem Patienten gegenüber. Diese Konsultation dauert nicht lange, ich rechne den Kontakt über die Kasse ab und schreibe keine Privatrechnung! Ich kontrolliere auch nicht die Beratungsergebnisse der HP, ich gehe ja davon aus, dass die Verordnung nach sorgfältiger Anamnese erfolgt ist.
    Zur weiteren Verlaufskontrolle möchte ich den Patienten auch nicht sehen, er bleibt in Behandlung bei seinem Therapeuten. Aber den einen Besuch bei mir kann ich dem Patienten nicht ersparen.
    Dieses Vorgehen erscheint mir einerseits aus Gründen der ärztlichen Verantwortung, andererseits unter Beachtung der Therapeuten-Patienten-Beziehung angemessen.
    Der von Elisabeth geschilderte Sachverhalt ist kritikwürdig und ich wünsche mir da von allen NetzwerkerInnen mehr Fingerspitzengefühl. Wir müssen gegenüber den sogenannten „Hormonexperten“ aus dem schulmedizinischen Lager schon genug unbegründete Kritik einstecken, da sollten wir nicht noch die – oft sehr verzweifelten – Patienten gegen uns aufbringen.
    Die Tatsache, dass Patienten zunehmend mehr aus der eigenen Tasche für Gesundheitsleistungen zahlen müssen und was das für die Zukunft unseres Gesundheitssystems als Ganzes bedeutet, ist natürlich auch dringend diskussionswürdig – aber das sprengt diesen Rahmen.

    mit freundlichen Grüßen
    Dr. Annegret Hoffmann Leygue

    #3561

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    #3567

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