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Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine wichtige Lebensphase. Die Zeit der Wechseljahre (Perimenopause) wird eingeläutet, wenn im Alter zwischen ca. 48 – 53 Jahren die Regelblutungen hin und wieder ausbleiben. Zu den bekannten Symptomen gehören u.a. Hitzeschübe, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, beängstigend starke Regelblutungen und überempfindliche Schleimhäute.

In den Wechseljahren muss unsere körpereigene Hormonregulierung umlernen. Die zyklische Hochlage und die damit verbundene Verstärkung der Hormonausschüttung wurde in der Pubertät mühsam eingeübt. Nun verabschiedet sich dieser monatliche Rhythmus, indem der Eisprung immer seltener gelingt. Irgendwann in diesem Zeitraum tritt die letzte Regel auf, die eigentliche Menopause.  Fehlt die monatliche Hormonhochlage, ist das eine Herausforderung für den Körper. Je nach Prägung, Ernährung, Alltagsbelastungen und früheren Hormonbehandlungen (z.B. zur Verhütung), kommt der Körper der Frau gut oder weniger gut mit dem Wechsel zurecht. Kommt das Hormongleichgewicht zu sehr durcheinander, wird sich das mit Symptomen bemerkbar machen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf sanfte Weise von Pillen und synthetischen Hormonbehandlungen umzusteigen. Die Medien berichten immer wieder über unerwünschte und schlimme Folgen von langfristigen Anwendungen körperfremder Hormone. Das verursachte in manchen Sprechzimmern Unsicherheit. Seit etwa 2006 berichten uns Frauen immer häufiger, dass ihr Arzt ihnen angekündigt hatte, dies sei das letzte Rezept für die gewohnte Pillenpackung oder das Hormon-Pflaster. Ohne Vorschläge, wie so ein „Entwöhnungsprogramm“ von den körperfremden Hormonen aussehen könnte, fürchten die Betroffenen gravierende Entzugssymptome. Hieß es nicht früher, dass eine Frau (ab spätestens 40) diese Hormone braucht, um in unserer heutigen Welt lebensfähig und „alltagstauglich“ zu bleiben? Viele Frauen haben auf eigenen Wunsch bereits mehrfach versucht aufzuhören – sind aber nach spätestens 6 Monaten verzweifelt zum Arzt zurückgekehrt. In Zusammenarbeit mit Heilpraktikern und Ärzten gibt es Wege, auf natürliche Hilfen oder bioidentische Hormone umzusteigen.

Die Chancen der Lebensmitte erkennen und ergreifen

Diese Jahre sind kostbar! Lassen Sie sich ermutigen, getrost nach vorne zu sehen, mit dem Wissen, dass Ihr Körper mit einem faszinierenden Hormon-Umstellungsprogramm ausgestattet ist. Normalerweise ist unser Körper auch für die Wechseljahre mit fantastischen Hilfsmechanismen ausgestattet.

Wenn die Wechseljahre zum Problem werden

Wenn der Körper mit dem Ende einer zyklischen Hormonversorgung Schwierigkeiten hat, dann lässt sich mit sanften Impulsen ein behutsamer Ausgleich schaffen. Dazu kann man spezielle Nahrungsmittel, Pflanzen und auch rezeptfreie Medikamente ausprobieren.

Reicht das nicht aus, dann stehen uns auch natürliche Hormonmedikamente zur Verfügung, die über Arzt und Apotheke den Wechsel überbrücken helfen. Diese enthalten Hormone, die dem Körper vertraut sind. Die herkömmliche Hormontherapie besteht weitgehend aus körperfremden Hormonderivaten, wie Ethinylestradiol und Estradiolvalerat. Manchmal wird sogar in den Wechseljahren und danach noch ein zusätzliches Gestagen-Derivat (anstatt natürlichem Progesteron) dazu gegeben.

Umstieg von körperfremden Hormonpräparaten

Dies ist möglich. Dazu muss man sich sehr genau das bisherige Präparat ansehen. In Abhängigkeit von Zusammensetzung, Anwendungsrhythmus und Dosis kann eine dafür ausgebildete Fachkraft beim Umstieg helfen. Wir raten Ihnen, nicht schlagartig das bisherige Hormonpräparat in den Wechseljahren oder danach abzusetzen. Die Erfahrung lehrte uns, dass so eine Vorgehensweise die Schilddrüsenfunktion ins Chaos stürzt.

In unserer Therapeuthensuche finden Sie ausgebildete Fachkräfte oder Selbsthilfe-Begleiter in Ihrer Region.

Häufige Fragen

Sind natürliche, körperidentische Hormonpräparate immer nötig?

Nein. Vor, während oder nach den Wechseljahren gibt es viele verschiedene Hilfen in Drogerie, Apotheke oder im Garten. Je geschickter eine Frau Symptome einem Hormonmangel zuordnen kann, umso gezielter lernt sie, die eigene Hormonversorgung über praktische Selbsthilfe zu unterstützen. Literatur, Seminare und fachliche Berater sind Quellen, um an dieses faszinierende Know-how heranzukommen. (Siehe unten)

Auf was muss man bei Substitution mit natürlichen Hormonen achten?

Bei jeglicher Unterstützung gibt es ein Zuviel und ein Zuwenig. Am besten lässt sich das an einem Beispiel erklären:

Eine Brille ergänzt die Augenfunktion genau in dem Maß, wie es für eine normale Sehschärfe nötig ist. Ein Optiker hat gelernt, jedes Brillenglas auf sehr individuelle Weise den Bedürfnissen des jeweiligen Auges anzupassen. Ist die Brille zu schwach, ist das ähnlich problematisch wie eine zu starke Brille. So ist das auch im Hormonbereich. Symptome und die Messung der sogenannten „Freien Hormone“ geben einer Fachkraft Orientierung, wie eine Hormonunterstützung gestaltet werden kann.

Wenn Frauen in den Wechseljahren (oder in der Zeit danach) eine Hormonmedikation verordnet wird, die ihre Hormonwerte auf den Bereich einer fortgeschrittenen Schwangerschaft (oder darüber) steigen lassen, dann hat das nicht mehr viel mit einer natürlichen Hormonversorgung zu tun – selbst wenn körperidentische Hormone substituiert werden.

Dies wird leider von einigen Hormonexperten propagiert und verordnet. Wir beobachten in solchen Fällen immer wieder, dass nach Beginn einer hohen Hormondosis tatsächlich eine anfängliche Besserung der Symptome zu spüren ist (ca. 3-6 Monate). Aber früher oder später kommen die Beschwerden zurück – trotz hoher Substitution. Die Zellen reagieren auf eine lange Überdosierung mit einer abnehmenden Sensibilität für den Wirkstoff oder das Hormon. Man nennt das in der Fachsprache eine Resistenz. Diese Reaktion ist auch bekannt bei zu viel Insulin (Insulinresistenz) oder bei einer ständigen Erhöhung der Schilddrüsenhormone (Schilddrüsenhormon-Resistenz).

Wir befürworten eine Hormonregulierung, die einer altersgemäß normalen Versorgung entspricht – nicht mehr und nicht weniger. Wenn Hilfe von außen nötig ist, dann sollte immer in Absprache mit Arzt oder Heilpraktiker nach Lösungen gesucht werden, die sich am natürlichen Hormongleichgewicht orientieren.

Sind Pflanzenhormone besser?

Mit Pflanzenhormonen kann man in vielen Fällen eine Unterstützung in den Wechseljahren gestalten. Aber: Bei einer schwachen Darm- und Leberfunktion ist ein pflanzlicher Hormonausgleich wenig wirksam. Wenn der Darm die entsprechenden Pflanzensubstanzen nur ungenügend aufnimmt oder eine eingeschränkte Leberfunktion die Pflanzenhormone nicht in menschliche Hormone umwandeln kann, dann werden Pflanzenimpulse weniger oder nicht wirken. Das erklärt, warum viele naturheilkundliche Fachkräfte vor einer Hormonregulation, zuerst eine Darm- und Leberkur anbieten. Sind beide Organe wieder gestärkt, dann werden sie auch die körpereigene Hormonregulierung besser unterstützen können.

Gibt es Hilfe bei extremen Blutungen in den Wechseljahren?

Extreme Regelblutungen schwächen den Körper und sollten deshalb kein Dauerthema sein. Je nach Ursache kann man dem gut entgegen wirken. Dazu ist eine begleitende Fachkraft aufzusuchen, die mit einer gründlichen Anamnese mögliche Zusammenhänge sucht und entsprechend entgegen wirkt. Das können u.a. starke Schilddrüsenschwankungen sein, eine zu hohe Schilddrüsenmedikation oder ein Hormonungleichgewicht in den Bereichen Progesteron, Estradiol, Testosteron und Serotonin. Daher gibt es generell keine Standardbehandlungen für extreme Regelblutungen.

Gelingt es, die Ursache(n) zu finden, dann kann ein Gegensteuern so manche Ausschabung oder Gebärmutterentfernung verhindern. Kämpfen Sie um Ihre Gebärmutter! Sie ist ein wichtiges Organ auch über die Wechseljahre hinaus. Sie spielt z.B. für den weiblichen Orgasmus eine wichtige Rolle.

Kann ich mit 44 Jahren schon in den Wechseljahren sein?

Diese Frage stellen uns Frauen, die schon deutlich vor dem 50. Lebensjahr die Regel verlieren. Unsere Antwort unterscheidet sich vielleicht von der Aussage ihrer ärztlichen Fachkraft. Elisabeth Buchner, die Initiatorin der Hormonselbsthilfe, wurde von ihrem damaligen Arzt bereits mit 38 Jahren fälschlicherweise den Wechseljahren zugeordnet. Ihre Menopause hatte sie aber mit 53 Jahren.

Die Wechseljahre werden sehr häufig mit einer Eierstockschwäche verwechselt. Eine eingeschränkte Eierstockfunktion kann in allen Lebensphasen einer Frau auftreten. Die Symptome sind ähnlich, aber es handelt sich um eine hoffentlich vorübergehende Erschöpfung von Hormondrüsen. Auch das kann man sanft regulieren oder die Drüsen stimulieren, sodass sich die zyklische Rhythmik wieder beleben lässt. Insofern würden wir keine Frau mit 44 Jahren und vorhandenen Eierstöcken den Wechseljahren zuordnen. In solchen Fällen kann eine Fachkraft mit ganz verschiedenen Methoden die Eierstockfunktion anregen, sodass die zyklische Rhythmik wieder zurückkehrt.

Kann man die Wechseljahre hinauszögern?

Diese Frage betrifft Frauen, die weit über das natürliche Wechseljahrsalter mit einem Pillenpräparat die Menopause hinausschieben müssen oder wollen. Die älteste Kundin, die sich mit dieser Frage an uns wendete, war 75 Jahre jung. Mehrere Versuche, die Pille Diane abzusetzen, schlugen fehl. Deswegen sorgte die Pille immer noch für monatliche Blutungen – leider auch für schwer zu ertragende Nebenwirkungen.

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