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Durch die Ermittlung eines Hormonprofils bzw. einzelner Hormonwerte, ist es möglich, Defizite bzw. Überschüsse in der hormonellen Versorgung des Körpers aufzudecken und das hormonelle Gleichgewicht zu beurteilen. Im Falle einer bereits begonnenen oder langjährigen Hormonsubstitution dient eine Messung dazu,  die Dosierung der angewandten Hormonpräparate, bzw. die  Reaktion auf das körpereigene Hormonsystem zu kontrollieren.

Immer noch erfolgen die meisten Hormonanwendungen ohne jeglichen Test, weder vor noch während der Anwendung. Wir beobachten das vor allem bei Pillenverordnungen zur Empfängnisregelung, bei Hormonersatztherapien für Frauen in und nach den Wechseljahren oder bei Hormonbehandlungen in Kinderwunschzentren. Bei Schilddrüsen- und Diabetes-Patienten ist die mehrmalige Testung selbstverständlich. Warum gilt das nicht auch für andere Hormonpräparate? Wir empfehlen bei jedem therapeutischen Einsatz von Hormonpräparaten eine konsequente Überprüfung – vor allem, wenn es sich um verschreibungspflichtige Hormonpräparate handelt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Dosierung weder zu hoch, noch zu niedrig ist.

Welche verschiedene Arten von Hormontests gibt es?

Hormone unterscheiden sich sehr in ihrer Funktion, Struktur und Größe. Das erklärt, warum nicht alle Hormone mit den gleichen Messverfahren oder Messtechniken gemessen werden sollten. Grundlegende Unterschiede der Verfahren gibt es bei dem eingesetzten Probenmaterial. Hormone können aus folgenden Proben gemessen werden: Blutplasma, Blutserum, Speichel und Urin. Jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile. Hier sind Therapeuten herausgefordert, zu differenzieren und genau zu überlegen, welche Fragestellung ein Test beantworten soll.

Die Testung im Blutplasma wird tendenziell eher im Klinik- und Forschungsbereich eingesetzt. Daher gehen wir hier nicht im Detail darauf ein. Dieser Test erfasst ähnlich wie der Speichelhormontest nur die tatsächlich aktiven „Freien Hormone“. Man braucht für die Abnahme immer eine medizinische Fachkraft. Im Urin finden wir überwiegend eine umgewandelte Form (einen Metaboliten) unserer Hormone. Nicht (mehr) benötigte Hormonüberschüsse werden so über die Nieren ausgeschieden. Rückschlüsse auf die tatsächliche Menge der Freien Hormone sind aus unserer Sicht schwer nachvollziehbar, weil zu viele Einflussmöglichkeiten eine Aussage erschweren.

Am gebräuchlichsten ist der Einsatz von Blutserum oder Speichel als Probenmaterial. Der nachfolgende Vergleich beschränkt sich daher auf verfahrensspezifische Besonderheiten dieser beiden Testmethoden.

Bluttest

  • ein großes Spektrum an Hormonen ist messbar
  • Probenentnahme nur in Praxen oder medizinischen Einrichtungen möglich
  • Probenmaterial ist instabil und muss umgehend gekühlt werden
  • Durchführung ist mit Testautomaten möglich
  • inaktive und aktive Hormone werden in einem Wert erfasst (ohne Differenzierung)
  • mehrmalige Blutabnahme (Pooling mehrerer Proben) in einem Zeitraum von 1,5-2 Stunden in nüchternem Zustand ist schwer umsetzbar
  • Pflanzliche Hormonimpulse oder behutsame Dosierungen sind kaum oder nicht erkennbar
  • für Hormonstudien teilweise ungeeignet
  • Kosten werden von den meisten Krankenkassen übernommen.

Speicheltest

  • nur Hormone mit kleiner Molekülstruktur sind messbar
  • Probenentnahme von zu Hause aus durchführbar.
  • Probenmaterial bleibt mehrere Wochen ohne Kühlung stabil
  • die Durchführung ist schmerzfrei
  • es werden ausschließlich die freien, aktiven Hormone gemessen
  • Hormonbereiche, die einer bestimmten Rhythmik folgen, können sichtbar gemacht werden (z.B. in der Schwangerschaft, beim Cortisol-Tagesprofil, beim weiblichen Zyklus)
  • auch niedrig dosierte Hormonanwendungen werden sichtbar
  • Die Unterdrückungseigenschaft körperfremder Hormonarten auf die körpereigenen Hormone ist gut zu erkennen
  • Hormonimpulse über Nahrungsmittel sind im Speicheltest nachweisbar (z.B. Schokolade, Eier, Milch, manche Nüsse oder Öle)
  • der Test ist bestens geeignet für Studien und Anwendungskontrollen
  • nicht alle Praxen haben Erfahrung mit der Testdurchführung
  • Kosten werden nicht von allen Krankenkassen übernommen

Welches Testverfahrens im Einzelfall optimal ist, sollte mit einer betreuenden Fachkraft besprochen werden. Für die Messung der aktiven, „freien“ Steroidhormone bevorzugen wir in den meisten Fällen den Speicheltest.  Es gibt aber auch spezielle Fälle, in denen eine Testung aus Blutserum angebracht ist. Ausführliche Informationen zum Thema Hormondiagnostik finden Sie auf unserer Partnerseite censa.de.

CENSA - Unser Partner für den Speichelhormontest

Nach Gründung der Hormonselbsthilfe folgte bald der Wunsch nach einer aussagekräftigen Messmethode. Ein Blick über die Grenzen Europas hinaus zeigte, dass z.B. in Nordamerika (USA und Canada) die Hormondiagnostik bereits sehr viel differenzierter und fortgeschrittener war. Gleichzeitig waren eigene Erfahrungen mit den damals zugänglichen Angeboten enttäuschend. So entstand die Idee durch Zusammenarbeit mit einem Speziallabor für Speicheltestung, eigene Testangebote für die Messung von Hormonen zu entwickeln. Dies war die Geburtsstunde von CENSA – Centrum für Speichelanalyse.  Heute blickt CENSA, in Zusammenarbeit mit der Hormonselbsthilfe, auf über 15 Jahre gemeinsame Erfahrung in der Durchführung und Auswertung von Speichelhormontests zurück.

Was gibt es beim Speicheltest zu beachten

Es gibt leider sehr verschiedene Testtechniken und Testkit-Sensitivitäten, die ein Vergleichen von Testergebnissen von Labor A zu Labor B  erschweren. Das bedeutet, dass z.B. eine Testosteronmessung aus derselben Probe im Labor A mit 25 pg/ml angegeben wird und im Labor B mit 60 pg/ml.  Beide Ergebnisse können richtig sein, müssen aber immer in Bezug zur verwendeten Zielbereichsskala bewertet werden.

Noch komplizierter ist der Vergleich von Hormonwerten aus Serumproben und Speichelproben. Hier können die Messwerte gravierend widersprüchlich sein. Es handelt sich hier um zwei komplett unterschiedliche Fraktionen im Hormonbereich die man nicht miteinander vergleichen sollte. Das ist nicht allen Fachkräften bekannt.

Um die Genauigkeit eines Testverfahrens überprüfen zu können werden offizielle Ringversuche angeboten an denen Labore teilnehmen können. Diese finden auch regelmäßig für den Speichelhormontest statt.

Die Qualität eines Testangebots liegt nicht nur in der Präzision der Messwertermittlung, sondern auch darin, welchen Referenzwerten (oder Normwerten) die Resultate gegenüber gestellt werden.

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass die Referenzwerte von gesunden Menschen in gleicher Lebensphase ermittelt wurden. Wenige wissen, wie die gesetzliche Mindestanforderung an Referenzwerte tatsächlich aussieht. Es ist ein Unterschied, ob die gesetzliche Normwertermittlung als Orientierung der Referenzspannen dient (entsprechend ca. 70% der Durchschnittsbevölkerung) oder ob durch sehr viele Messungen an gesunden und kranken Menschen ein realistischer Wohlfühlbereich ermittelt wird. Das geht nur, wenn alle Messungen immer in Relation zu einem ausführlichen Fragebogen gesehen werden. Dies setzt natürlich voraus, dass man auf einen entsprechend großen Datenbestand zurückgreifen kann, um aussagekräftige Vergleichswerte ermitteln zu können. Wünschenswert wäre es, bei den Vergleichswerten Alter, Geschlecht, Zyklustag oder Schwangerschaftswoche zu berücksichtigen.

Hinweis: Im Bereich der Hormondiagnostik gibt es sehr widersprüchliche Therapiesysteme und Empfehlungen.  Um z.B. hochdosierte Hormonprodukte besser verordnen und vermarkten zu können, sind bei manchen Laboratorien für den gleichen Hormonbereich verschiedene Zielbereiche angegeben: einer mit Substitution und einer ohne Unterstützung.  Hier empfehlen wir wachsam zu sein! So ein Vorgehen wäre vergleichbar damit, wenn die Polizei bei Messungen des Alkoholspiegels zwei Zielbereiche angeben würde. Einen normalen Zielbereich und einen höheren, der bei Fahrern mit vorherigem Alkoholgenuss angewendet wird.

Fragwürdig ist auch,  wenn ein Labor zu seinem Testergebnis gleich noch Therapieempfehlungen dazugibt. Dies ist rechtlich nicht erlaubt – wird aber oft praktiziert. Die naturgemäße Hormontherapie erfordert eine sehr individuelle Anamnese und nicht nur reine Messwerte. Die Therapie ist ausschließlich einer medizinischen Fachkraft vorbehalten. Dazu muss sie den Patienten wenigstens einmal persönlich gesehen haben.

Die Hormonkonzentration im Körper wird u. a. durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Tag-Nacht-Rhythmus
  • Jahreszeiten (Temperaturunterschiede, Sonne)
  • Alter, Genetik
  • Geschlecht
  • psychische und physische Anforderungen
  • Ernährung / Nährstoffversorgung
  • Darm- und Leberfunktion
  • Schichtarbeit
  • Umwelteinflüsse u.a.

Der Zeitpunkt der Probenentnahme spielt eine große Rolle. Wenn die Vergleichbarkeit einer Anwendungskontrolle gewünscht ist, sollte die Testung immer zur etwa gleichen Tageszeit oder im gleichen Zyklusintervall durchgeführt werden.

Man muss keineswegs immer alle Hormonbereiche abfragen. Manchmal macht es Sinn, die Regulierung in Schritten anzugehen. Wir beobachten immer wieder, dass behutsame Hilfsmaßnahmen in einem Hormonbereich, gleichzeitige Besserung auch in anderen Bereichen bewirken.   Je nachdem was man testen möchte, gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Die Testgestaltung und das Ergebnis sollte mit einer begleitenden Fachkraft erörtert werden.

Bei der Auswertung von Hormontests müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Nicht jede Fachkraft und nicht jedes Labor ist damit vertraut. Auf unserer Fachkräfteliste finden Sie regionale Fachkräfte, die im Umgang mit dem Speicheltest erfahren sind. Vor einer Eigendiagnose wird eindringlich abgeraten.

Wo kann ich einen Hormontest bestellen?

Auf der Webseite von CENSA finden Sie verschiedene vordefinierte Testzusammenstellungen. Auch die Testung einzelner Hormone ist möglich. Hier finden Sie Direkteinstiege zu den jeweiligen Bereichen.

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